Digitale Premiere erfolgreich – UNIQUE-Preisträger 2020 gekürt

25.06.2020 – Schlechte Zeiten waren immer die besten Zeiten für gute Ideen

Unter diesem Motto wurde der diesjährige UNIQUE Ideenwettbewerb erstmalig digital durchgeführt. Insgesamt 9 Teams in zwei Kategorien stellten ihre Ideen am 11. Juni 2020 via Webkonferenz einer Fachjury und mehr als 110 Teilnehmenden der Online-Prämierungsveranstaltung vor. Die Preisträger*innen erhielten Geldpreise zur Anschubfinanzierung und Weiterentwicklung ihrer Geschäftskonzepte.

„Der Forschungsstandort Greifswald hat bewiesen, dass er auch unter schwierigen Bedingungen exzellente Gründungsideen produzieren kann. Sowohl die Zahl als auch die Qualität der Konzepte haben uns in Corona-Zeiten positiv überrascht und lassen erneut Startups mit großem Potential erwarten. Dieses gute Ergebnis basiert auf dem guten Fundament des Ideenwettbewerbs mit einem exzellenten Netzwerk am Standort.“, so Dr. Wolfgang Blank, Geschäftsführer der WITENO GmbH.

Die Gewinner in der Kategorie Forschende/Absolventen:

Den ersten Platz erreichte das internationale Team „FaTecSol“ (Maryam Khosraneh und Prof. Dr. Carola Schulzke von der Universität Greifswald, Prof. Dr. Khodadad Nazari und Prof. Dr. Ali Mahmoudi von der Future Bioenergy Solutions Inc., Kanada) mit ihrer innovativen Idee des FCS X-Cat Biotechverfahrens. Das Verfahren kann eine entscheidende Rolle für die globale Kohlenstoffabscheidungsindustrie spielen, da es Sauerstoffverunreinigungen aus CO2-Strömen schnell und effizient entfernt und umwandelt. Dadurch wird reines CO2 sowie ein verwertbares Bioprodukt erzeugt. Das umweltfreundliche und nachhaltige Verfahren ist nicht nur sehr energieeffizient, sondern wertet das gebundene CO2 auf, wodurch es für diverse Branchen anwendbar ist, z.B. in der Öl-, Gas-, Chemie-, Agrar-, Pharma- oder Biokraftstoffindustrie.

Zweitplatziert ist das Team der „Hanseatischen Akademie“ aus Marius Schmidt, Michael Engel und Chuck Henjes. Auf einer leistungsstarken und modernen E-Learning-Plattform sollen hochanspruchsvolle Bildungsprogramme unter Anwendung neuester didaktischer Erkenntnisse angeboten werden. Die Bildungsprogramme werden zusammen mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft erstellt, sowie mit Universitäts-, IHK- und ISO-Zertifikaten akkreditiert.

Anika Wilden, Neetika Nath und Tine Krabbe aka ANT belegten mir Ihrer gleichnamigen Idee „Academic Network Transfer“ den dritten Platz. ANT ist als lokale und frei verfügbare Plattform zum Informationsaustausch für Angehörige von Universität und Universitätsmedizin Greifswald geplant. Sie wird Informationen über Forschungsfelder, Fertigkeiten, Gerätschaften und Expertisen von Forschenden enthalten, um den Austausch und die Beziehungen in und zwischen den Arbeitsgruppen zu verbessern. Das Team will ein dynamisches, interdisziplinäres und internationales Portal erschaffen, um Wissenschaftler*innen aus Greifswald die Möglichkeit zu geben in Form von Schlagworten nach Informationen, im Speziellen nach Expertise und Gerätschaften, die an der Universität verfügbar sind, zu suchen.

Die Gewinner in der Kategorie Studierende:

Den geteilten ersten Platz vergab die Jury an die Projekte „MSL Datensicherheit“ und „NOVA Innovationscampus Greifswald“.

Das Team „MSL Datensicherheit“, bestehend aus Marc Marschall, Lars Lewerentz und Dr. Albrecht Sigler, mit Unterstützung durch Prof. Dr. Ralf Schneider vom Rechenzentrum der Universität Greifswald, hat eine cloudähnliche Lösung zur lokalen Datenverwaltung entwickelt. Sie ermöglicht, Daten selbst vor digitalen Angriffen sicher geschützt zu speichern und dabei die Datenhoheit zu behalten. Außerdem gewährt das System die Unabhängigkeit vor externen Diensten und damit auch vor Internetanschlüssen mit großer Bandbreite. Die Lösung richtet sich vornehmlich an KMU und garantiert dort eine ausfallsichere, unabhängige und skalierbare Rechner- und Datenverwaltung.

NOVA – Innovationscampus Greifswald“ vernetzt Studierende und Akademiker*innen mit regionalen Unternehmen und der Universität. Die Initiatoren Christian Berger und Sophia Frederike Hammer verfolgen dabei das Ziel, den Praxisbezug für Studierende zu erhöhen und die Studienzeit wertvoller zu gestalten. Um das zu erreichen, werden auf der Plattform (nova.uni-greifswald.de) alle regionalen Möglichkeiten der Karriere- und Weiterentwicklung aufgezeigt. Unternehmen können sich kostenlos anmelden, Jobs inserieren und so ganz einfach ihre Sichtbarkeit erhöhen.

Drittplatziert ist die Studentin Alicia Franke. Das Projekt „Sexucation“ – zusammengesetzt aus dem englischen, Sexual Education‘, zu dt. Sexualaufklärung – hat sich die Enttabuisierung des Themas Sexualität in unserer Gesellschaft zur Aufgabe gemacht. Im Rahmen von professionellen Events sollen junge Erwachsene, Erwachsene und Senioren mit Expertinnen und Experten in entspannter Atmosphäre ins Gespräch kommen und sich beispielsweise zu Themen wie Sexarbeit, Sexualität und Behinderung, Beziehungs- und Erziehungsmodellen, Rollenbildern, Wechseljahren, Sexualität im Alter, Menstruation oder Schwangerschaft austauschen können. Stattfinden sollen die Events im eigenen Wohnzimmer im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis oder an einem öffentlichen, geschützten Ort um mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen.

Alicia Franke konnte ebenso den Sonderpreis der I.B.U Projekt GmbH sowie gemeinsam mit dem Team „uver – der Unverpackt Laden am Meer“ (Philippe Schäffer, Esther Strohmer) den Inter Medien Networks-Sonderpreis erringen. Der Publikumspreis der WITENO GmbH ging an das Team „NOVA – Innovationscampus Greifswald“.

UNIQUE wird in besonderer Weise von der Sparkasse Vorpommern, der I.B.U. Projekt GmbH und Inter Medien Networks Greifswald sowie der Universitäts- und Hansestadt Greifswald unterstützt. Die Preisgelder für den UNIQUE-Ideenwettbewerb 2020 werden außerdem von den Unternehmen BioCon Valley MV e. V., Hardtke • Svensson & Partner, GENIUS Venture Capital GmbH und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH gesponsert.

Text: Janek Wiederänders

Foto: Dr. Martin Pfister – High Tech Gründerfonds (Wolfgang Blank)

UNIQUE Ideenwettbewerb 2020 wird digitalisiert

01.04.2020 – Schlechte Zeiten waren immer die besten Zeiten für gute Ideen!

Getreu diesem Motto wird der UNIQUE Ideenwettbewerb der Universität Greifswald trotz der Corona Pandemie durchgeführt. Die Vorgaben und Empfehlungen von Bund und Land werden eingehalten und dazu genutzt, digitale Formate zu etablieren.

Ausgründungen aus der Universität Greifswald und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Universitäts- und Hansestadt. Die UNIQUE Wettbewerbe bilden seit vielen Jahren das zentrale Instrument der Stimulierung und Unterstützung von Ausgründungsaktivitäten am Forschungsstandort. In den vergangenen Jahren haben jeweils mehr als 120 Forschenden- und Studierendenteams Gründungskonzepte mit validiertem Potential entwickelt und resultierend daraus mehr als 20 Unternehmen aus allen Bereichen der Universität gegründet.

Zur Fortsetzung dieses positivenTrends ist die diesjährige Runde plangemäß gestartet. Gesucht werden kreative Studierende, Alumni und Forschende, die aus innovativen Ideen erfolgreiche Geschäftsmodelle entwickeln. Als Gewinn winken neben attraktiven Prämien und Sonderpreisen vielfältige Qualifizierungsmaßnahmen zur Unterstützung des Start-ups. Stichtag für die Einreichung der vollständigen Unterlagen ist der 31. Mai 2020.

Die Ansprechpartner der WITENO GmbH und des Zentrums für Forschungsförderung und Transfer der Universität Greifswald sind weiterhin für alle Interessenten erreichbar. Zur Aneignung gründungsspezifischer Kenntnisse und Ausarbeitung der Gründungsidee setzten die Veranstalter in Kooperation mit Matti Winkler und Katja Wolter, Leiterin des Steinbeis-Forschungszentrum Institut für Ressourcen-Entwicklung, die Schulungsreihe für gründungswillige Angehörige der Universität Greifswald fort. Aufgrund der aktuellen Situation in Form von Online-Workshops und Webinaren. Ab dem 15. April, jeweils Mittwoch 15-18 Uhr, können Gründungsinteressierte an 5 Nachmittagen bei den digitalen UNIQUE Fit4Chef-Workshops Ideen zur Gründung und validierte Geschäftsmodelle entwickeln. Egal ob bereits in der Gründungsphase oder noch in der Ideenfindung, die Workshops vermitteln Expertenwissen und unterstützen dabei, dieses Wissen direkt an der eigenen Gründungsidee umzusetzen. Auf Basis kurzer Impulsvorträge arbeiten die Teilnehmenden gemeinsam an ihren Ideen und profitieren vom Austausch mit anderen Workshop-Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Text: Janek Wiederänders
Bild: WITENO GmbH

UNIQUE Ideenwettbewerb 2020 gestartet – Kooperation gibt neue Impulse

25.02.2020 – Die Universität Greifswald und die WITENO GmbH schließen Kooperation zur Förderung von Unternehmensgründungen aus der Universität

Die UNIQUE Wettbewerbe am Forschungsstandort Greifswald haben sich in den letzten Jahren als ein effektives Instrument zur Stimulierung von Gründungen aus der Universität Greifswald und dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) erwiesen. In den vergangenen Jahren haben jeweils mehr als 120 Forschenden- und Studierendenteams Gründungskonzepte mit validiertem Potential entwickelt und resultierend daraus mehr als 30 Unternehmen aus allen Bereichen der Universität gegründet.

Für die Fortführung und Steigerung dieser positiven Entwicklung und die effiziente Nutzung der eingesetzten Ressourcen bietet die engere Vernetzung lokaler Maßnahmen und Akteure, die Einbeziehung weiterer Institutionen sowie die Integration in landesweite Maßnahmen einen erfolgversprechenden Ansatz. Um diese Potentiale noch effektiver zu realisieren, wird ab 2020 die WITENO GmbH – Wissenschafts + Technologiepark NORD°OST°, als Zusammenschluss der Gründerzentren am Standort Greifswald, auf Basis eines Kooperationsvertrages mit der Universität Greifswald den Ideenwettbewerb am Standort durchführen.

Der Mehrwert dieser Kooperation liegt in der engeren Anbindung von Gründerzentren und deren Beratungskompetenz zur Schaffung eines nachhaltigen Gründerökosystems am Wissenschaftsstandort Greifswald. Neu ist zudem die Einbindung der weiteren außeruniversitären Forschungseinrichtungen am Standort Greifswald, dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Teilinstitut Greifswald sowie dem Friedrich-Löffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Insel Riems.

Die neue Runde des UNIQUE Ideenwettbewerbs ist gestartet. Gesucht werden kreative Studierende, Alumni und Forschende, die aus innovativen Ideen erfolgreiche Geschäftsmodelle entwickeln. Als Gewinn winken neben attraktiven Prämien und Sonderpreisen vielfältige Qualifizierungsmaßnahmen zur Unterstützung des Start-ups.

Anmeldeschluss, Einreichung der vollständigen Unterlagen: 31. Mai 2020
Prämierungsveranstaltung: 11. Juni 2020

Text: Janek Wiederänders

WORKSHOP in ROSTOCK FÜR PhDs UND POSTDOCs

13.11.2019 – Du hast Lust Deine Promotion weiterzudenken, Deine Präsentationsskills auszubauen oder gemeinsam mit anderen PhDs und Postdocs eine Gründungsidee zu entwickeln? Dann bist Du bei Young Entrepreneurs in Science genau richtig!

Bei uns lernst Du Deine berufliche Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. In einem viertägigen interaktiven Workshop bekommst Du die Möglichkeit Deine persönlichen Qualifikationen zu
erweitern und neue Potenziale zu entfalten. Mit Hilfe von praxisorientierten Methoden und Tools, z.B. Design Thinking und andere Kreativitätstechniken, lernst Du mehr über Dich selbst und die vielfältigen Möglichkeiten, Deine Stärken weiter auszubauen und in konkrete Ideen umzusetzen. Du bekommst die Chance Dein Forschungsthema vor den anderen PhDs und Postdocs, sowie einer Jury, zu pitchen und Dich mit der Frage zu beschäftigen: „Was wäre, wenn ich von meiner Dissertation leben müsste?“

In Teams mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Fachbereichen werden dazu interdisziplinäres Arbeiten und innovative Ideenentwicklung
trainiert. Welche Karriereoptionen gibt es nach der Promotion? Finde es heraus und melde dich jetzt an!

DU WILLST DABEI SEIN?
Registriere Dich bis zum 6. Januar 2020 auf www.youngentrepreneursinscience.com um Dir einen
der limitierten Plätze zu sichern!

TERMIN
Teil 1: 14 – 15 Januar 2020 | Teil 2: 5 – 6 Februar 2020

Text: Dr. Michael G. Schöner M.A., Leiter der Graduiertenakademie und der Hochschuldidaktik, Universität Greifswald

StartUP NORD° OST°-Gründertage, Prämierung UNIQUE+ 2019

30.10.2019 – In der ersten Novemberwoche zündet das Veranstaltungsfeuerwerk der StartUP NORD° OST°-Gründertage und der NØRD in Stralsund und Greifswald. Gründen, Wachsen, Werden – die Gründertage bieten wieder Information, Impulse und Netzwerkmöglichkeiten für die Gründerszene im Land und besonders für die Region Vorpommern.

05.11.209, 17.00 – 21.00 Uhr
Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Anatomie und Zellbiologie
Hörsaal Anatomie, Friedrich-Loeffler-Str. 23c, 17489 Greifswald

Mut°Macher
Gründergeist und Unternehmertum entwickeln sich nicht zuletzt aus inspirierenden Vorbildern, die mitreißen, und ideelen Mentoren, die so manche Frage beantworten, so manchen Zweifel ausräumen können. Auf den StartUP NORD° OST°-Gründertagen geben wir solchen Personen einfach mal das Mikro in die Hand und die Bühne frei.

      • Katharina Riedel, Pro-Rektorin, Universität Greifswald
        Begrüßung
      • Sven Parkel, CEO, Tartu Science Park
        Startup-System Estonia
      • Jens Rothstein, CFO Cheplapharm
        Auf dem Weg zum Pharma – Unicorn
      • Prof. Nicole Endlich, Universitätsmedizin Greifswald
        NIPOKA – PEMP your Kidney … vom Lehrstuhl zum Start-Up

Gut°Macher
Präsentation und Prämierung der erfolgreichen Bewerber des UNIQUE+ Businessplanwettbewerbs 2019

Besonders in diesem Jahr: Unmittelbar an die Gründertage schließt sich die NØRD, der erste landesweite Digitalisierungskongress des Landes an mit Veranstaltungen in Greifswald aber auch an weiteren Orten in Mecklenburg-Vorpommern. Infromationen unter: https://www.digitalesmv.de/news/save-date-nord-digitalkongress-des-landes-mv

Text: Janek Wiederänders

Plant³ – Bioökonomie für den Strukturwandel in der Region Vorpommern

Die wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltige Nutzung der großen Land-, Moor- und Meerflächen im östlichen Landesteil Mecklenburg-Vorpommerns birgt ein beträchtliches Wertschöpfungspotenzial, das bislang unzureichend genutzt wird. So stellen Hülsenfrüchte (Leguminosen), wie beispielsweise die blaue Süßlupine, in der Landwirtschaft eine wertvolle Eiweißquelle für die Weiterverarbeitung in der Ernährungswirtschaft dar. Schilf und Rohrkolben aus wiedervernässten Mooren liefern Fasern für neue Bau- und Dämmstoffe. Hochwertige Spezialzucker aus Meeresalgen, die unter anderem in Pharmazeutika oder Kosmetika eingesetzt werden, können zukünftig eine zusätzliche Einkommensquelle für Fischer sein.

Der Wissensstandort Greifswald mit der Forschungsexpertise der Universität Greifswald, den Gründerzentren der WITENO GmbH und hochinnovativen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wie der Enzymicals AG bildet gemeinsam mit dem Wirtschaftsstandort Anklam und der dort angesiedelten Zuckerfabrik, der Anklam Extrakt GmbH und der Continental AG einen Kristallisationskeim für Bioökonomie. „Die Ablösung einer auf fossilen Ressourcen basierenden Wirtschaft durch die Nutzung biobasierter Ressourcen und biologischer Prozesse bietet für unsere Region eine historische Chance, immense Wertschöpfung vor Ort zu erzielen und nicht weiter landwirtschaftliche Rohstoffe zu exportieren und die verlängerte Werkbank für andere Regionen zu sein“, sagt Dr. Stefan Seiberling von der Universität Greifswald, der das erfolgreiche Antragskonsortium aus über 60 Unternehmen, Verbänden, Landwirten, öffentlichen Verwaltungen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen koordinierte.

„Die Initiative hat jetzt schon eine sehr gute Dynamik entfaltet, wie ich sie in Vorpommern noch nicht erlebt habe“, erklärt Rolf Kammann als Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern. „Der partizipative Ansatz, die Einbeziehung aller Akteure von Fischern und Landwirten, die die wertvollen Rohstoffe liefern bis hin zum Biotechnologieunternehmen, das daraus Inhaltsstoffe extrahiert, die wiederum in der Lebensmittelindustrie, der Bau-, Energie oder Textilbranche im Land Verwendung finden, ist unser Schlüsselbeitrag zum Strukturwandel im östlichen Mecklenburg-Vorpommern.“

Kern des offenen Innovationsnetzwerkes ist ein Innovationsmanagement, das mit Unterstützung aller Akteure den Bedarf in der Region erhebt, Projektideen entwickelt und bei der Verwertung unterstützt. Flankiert wird das Innovationsmanagement durch ein sogenanntes Plant³-Treibhaus, das als Inkubator und Beschleuniger für innovative Vorhaben Kernelement der Zusammenarbeit und der Schaffung von Innovationsfähigkeit ist. „Wir entwickeln neue Instrumente, um die Ideen aufkeimen zu lassen und daraus konkurrenzfähige Unternehmensgründungen zu ziehen, die zukünftig das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie mit Leben füllen“, so Dr. Wolfgang Blank, Geschäftsführer der WITENO GmbH.

Eine Denkfabrik (Think Tank) wird die Entwicklung neuer Wertschöpfungsketten wissenschaftlich begleiten und aus der wissenschaftlichen Analyse heraus Impulse für die strategische Weiterentwicklung liefern. „Bioökonomie ist eine große Chance gerade für unseren strukturschwachen ländlichen Raum“, betont Prof. Daniel Schiller als Sprecher des Plant³-Verbundes. „Es gilt, auf betrieblicher und regionaler Ebene Erfolgsfaktoren und Barrieren innovativer Produkte und Prozesse zu untersuchen, und dadurch die Innovationsfähigkeit der Akteure im Plant³-Verbund zu verbessern.“

Das Bündnis Plant³ – Strategien für die hochwertige Veredlung von pflanzenbasierten Rohstoffen in Nordostdeutschland, wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms WIR! – Wandel durch Innovation in der Region gefördert. Die WIR!-Vorhaben sollen mit innovativen Ansätzen den Strukturwandel in ihren Regionen vorantreiben. Das Programm zielt vor allem auf Regionen, die noch nicht zu den sichtbaren Innovationszentren gehören. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurden aus über einhundert Einreichungen 20 Innovationsbündnisse in ganz Ostdeutschland ausgewählt. Jedem WIR!-Bündnis stehen in der gut fünfjährigen Umsetzungsphase bis zu fünfzehn Millionen Euro zur Verfügung.

Außer dem „Plant³“-Bündnis waren gleich zwei weitere WIR!-Vorhaben aus Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich: „CAMPFIRE“ unter der Führung des Greifswalder Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e. V. (INP) sowie „Physics for Food“ der Hochschule Neubrandenburg.

Text: Jan Meßerschmidt